About

Judith Bauer

Ich zeige mich in meinen Werken in meiner ganzen Persönlichkeit, mit meiner Erfahrung, mit meinen Werten und Bedürfnissen, mit meinen Herausforderungen und Schwächen, mit dem was mich anrührt, mit dem was mich vollkommen macht. 

Ich erzähle in meinen Objekten von mir und meiner Auseinandersetzung mit der Welt. 

Aufgewachsen mit dem Arbeitsplatz der Mutter in der Wohnküche, die wie meine Großmutter und meine Urgroßmutter Schneiderin war, war ich schon immer mit textilen Materialien und deren Verarbeitung umgeben. Selbstverständlich entwarf und nähte ich mir Kleidungsstücke oder Sportbeutel als Kind selbst oder perforierte Spieleintrittskarten mit der Nähmaschine. 

Da mir die Thematik so selbstverständlich vorkam, kam ich gar nicht auf die Idee, mich beruflich darin weiterzubilden. Ich studierte auf der Akademie der bildenden Künste in Wien technisches Werken und an der Universität Wien Germanistik, töpferte, schweißte, entwarf Möbel. Ab dem zweiten Jahr nahm ich dann doch, ohne Anspruch auf Abschluss, textiles Gestalten als Erweiterungsstudium dazu, um Techniken, mit denen ich noch nicht vertraut war, wie siebdrucken oder filzen, fundiert kennenzulernen. Ich genoss auf der Kunstakademie vor allem das freie Arbeiten in den verschiedenen Werkstätten und den ständigen künstlerischen Austausch mit Mitstudierenden und Lehrbeauftragten.

Künstlerisches Arbeiten, das immer einen gewissen Freiraum und zeitliche Ressourcen braucht, wurde dann mit dem Gründen und Managen einer großen Familie in eine der unteren Lebensladen verstaut und nur selten herausgeholt. Meinem pädagogischen Grundberuf folgend, begann ich dann in einer freien Montessori-Schule als Lern- und Lebensbegleiterin und später auch als pädagogische Leiterin des Hauses zu arbeiten. Dort und auch in diversen freien Werkstätten ist es mir ein Anliegen, Räume zu schaffen, wo Menschen ihrer Kreativität und ihrem Gestaltungswillen frei nachgehen können.

Was mich immer begleitet, ist ein imaginärer Zugang zu meinem künstlerischen Potenzial: egal wo ich kurz zur Ruhe komme, ob im Kaffeehaus, an einem Flussufer oder in einer Museumshalle, tauchen vor meinem inneren Auge Farben, Formen und Objekte auf, die dort ihren Platz haben sollten. Höre ich in Ruhe mit geschlossenen Augen Musik, sehe und spüre ich Tanz und Farben.

Als die Familie weniger Aufmerksamkeit brauchte, erkannte ich neu, dass Ästhetik und Kunst für mich und andere einen essenziellen Sinn hat und es mir große Zufriedenheit gibt, wenn ich mich in dieser nonverbalen Sprache ausdrücken kann. Deshalb baue ich seit 2022 den Raum für mich kontinuierlich aus, in dem ich künstlerisch tätig bin, in dem ich meine Visionen, Erzählungen, meine Reaktion auf meine Umwelt in sichtbare Objekte und Bilder umsetzen kann. Dabei greife ich meist auf textile Ausgangsmaterialien zurück.

Ausstellungen:

2024 Extrazimmer/mkh Wels – Gemeinschaftsausstellung
2023 oktolog / Schlachthof Wels – Gemeinschaftsausstellung